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Kamelritt in der Sahara: Was Sie auf dem Weg ins Wüstencamp in Marokko erwartet

Veröffentlicht im Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Dromedar mit gestreifter Satteldecke ruht vor dem Ritt im Sand

Für viele Reisende ist der Kamelritt in der Sahara der Moment, in dem aus der Marokko-Rundreise mehr wird als eine lange Autofahrt. Sie steigen am Rand des Sandes aus, tauschen den Koffer gegen einen kleinen Rucksack und folgen einer Reihe Kamele in die Dünen, während das Licht orange wird. Dieser Ratgeber erklärt, was ein Kamelritt in der Sahara in Marokko wirklich bedeutet: wie lange er dauert, wie er sich anfühlt, was Sie anziehen sollten, ob Kinder mitreiten können, woran Sie das Wohl der Tiere erkennen und welche Alternativen es gibt, wenn Sie lieber zu Fuß bleiben.

Kurz gesagt

Auf unseren Touren dauert der Kamelritt in der Sahara etwa 1 Stunde pro Strecke: am späten Nachmittag hinaus ins Wüstencamp, passend zum Sonnenuntergang, und am nächsten Morgen nach Sonnenaufgang zurück. Ein Kameltreiber führt die Karawane zu Fuß, Reiterfahrung brauchen Sie also nicht. Tragen Sie lange, weite Hosen, bedecken Sie den Kopf und nehmen Sie wenig Gepäck mit. Wer nicht reiten möchte, geht neben der Karawane oder fährt mit dem 4x4 ins Camp.

Wie sich ein Kamelritt in der Sahara anfühlt

Geritten werden in Marokko Dromedare, die einhöckrigen Kamele Nordafrikas. Sie gehen langsam, etwa im Tempo eines gemütlichen Spaziergängers, und setzen beide Beine einer Seite gleichzeitig vor. Dieser Passgang erzeugt ein seitliches Schaukeln, das sich in den ersten zehn Minuten ungewohnt anfühlt und danach erstaunlich entspannend ist.

Lenken müssen Sie nicht. Die Kamele laufen hintereinander, jedes locker am Sattel des vorderen festgebunden, und der Kameltreiber geht zu Fuß voran und hält das Seil des ersten Tieres. Sie sitzen, halten sich fest und schauen. Der Sattel ist ein gepolstertes Holzgestell auf mehreren Decken, mit einem Haltegriff vor Ihnen.

Am meisten überrascht die Stille. Kein Motor, nur das Knarren der Sättel, die gedämpften Schritte im Sand und ab und zu die Stimme des Kameltreibers, der mit dem vordersten Tier spricht.

Reisende auf einem Dromedar in einer Karawane durch die Dünen von Merzouga

So läuft der Ritt auf unseren Touren ab

Auf einer mehrtägigen Reise wie unserer 3-tägigen Wüstentour von Marrakesch nach Merzouga erreichen Sie den Rand des Erg Chebbi am späten Nachmittag. Das große Gepäck bleibt verschlossen im Fahrzeug, Sie nehmen einen Rucksack mit dem Nötigsten für die Nacht. Die Kamele liegen gesattelt bereit, und der Kameltreiber hilft allen beim Aufsteigen.

Der Weg ins Camp dauert etwa 1 Stunde. Die Route folgt den flacheren Hängen und den Senken zwischen den Dünen statt der steilen Flanken, und meist hält die Karawane gegen Ende auf einem Kamm: Sie steigen ab, fotografieren und sehen die Sonne untergehen. Im Camp kommen Sie in der Dämmerung an, rechtzeitig zu Minztee und Abendessen. Am nächsten Morgen reiten Sie nach dem Sonnenaufgang in den Dünen zurück, wieder etwa eine Stunde.

Genauso funktioniert es bei der 2-tägigen Wüstentour ab Fes und auf den Strecken zwischen Marrakesch und Fes. Bei der 2-tägigen Wüstentour nach Zagora führt der Ritt durch kleinere Dünen, beim Tagesausflug in die Agafay-Wüste über ein steiniges Plateau mit Blick auf den Atlas, ohne Sand.

Starker Wind kann den Plan ändern. Wenn der Sand kräftig fliegt, wird der Ritt verkürzt oder durch einen 4x4-Transfer ersetzt. Das ist eine Frage der Sicherheit, keine Sparmaßnahme.

Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang?

Sie erleben beides, und beides ist anders. Der Abendritt ist der für die Fotos: flaches Licht, lange Schatten, Dünen, die von Gold über kräftiges Orange zu Rot wechseln. Es ist wärmer, und der Abend im Camp liegt noch vor Ihnen.

Der Morgenritt ist stiller. Sie stehen vor der Dämmerung auf, steigen auf eine Düne nahe dem Camp, sehen das Licht über den Sand wandern und reiten zurück, solange die Luft noch kühl ist. Im Sand sind dann die Spuren der Nacht zu sehen: Käfer, Vögel, manchmal ein Fuchs. Wenn Sie nur einmal in Ruhe fotografieren möchten, wählen Sie den Abend; wenn Sie die Wüste fast für sich haben wollen, den Morgen.

Gesatteltes Dromedar ruht in der marokkanischen Wüste

Aufsteigen, oben bleiben, absteigen

Der heikelste Teil des ganzen Ritts dauert etwa fünf Sekunden. Ein liegendes Kamel steht zuerst mit den Hinterbeinen auf, was Sie ruckartig nach vorn kippt, dann mit den Vorderbeinen, die Sie wieder ins Lot bringen. Beim Hinlegen ist es umgekehrt.

  • Lehnen Sie sich beim Aufstehen zurück. Halten Sie den Griff fest und verlagern Sie das Gewicht nach hinten, bis das Tier ganz steht.
  • Bergab ebenfalls zurücklehnen, bergauf leicht nach vorn. Knie locker, das Becken geht mit der Bewegung mit.
  • Beide Hände an den Griff beim Start und am Ende. Fotos erst, wenn die Karawane ruhig läuft, das Handy mit Band gesichert.
  • Beine vertreten beim Stopp. Hinterher spürt man eher die Innenseiten der Oberschenkel als den Rücken.
  • Sagen Sie Bescheid, wenn es unbequem ist. Der Kameltreiber kann die Decken richten oder Sie ein Stück gehen lassen.

Meist bleibt danach nur eine leichte Steifheit. Mit Rücken- oder Hüftproblemen ist eine Stunde pro Strecke für viele trotzdem machbar; überlegen Sie aber, eine Strecke zu Fuß oder mit dem 4x4 zurückzulegen.

Was Sie beim Kamelreiten tragen sollten

Bequem wird es durch drei Dinge: Beine, Kopf und Gepäck.

  • Lange, weite Hosen oder ein langer Rock. Kurze Hosen scheuern an den Decken; Leggings gehen gut.
  • Geschlossene Schuhe oder Sandalen mit Riemen. Flip-Flops rutschen beim Aufsteigen ab und verschwinden im Sand.
  • Ein Baumwolltuch oder Turban. Es schützt Kopf und Nacken und bedeckt das Gesicht, wenn der Wind Sand aufwirbelt. Die Kameltreiber zeigen oft, wie man es bindet.
  • Sonnenbrille und Sonnencreme. Der Sand reflektiert das Licht, auch spät am Tag.
  • Ein kleiner, weicher Rucksack. Er sitzt auf dem Rücken oder hängt am Sattel, ein Hartschalenkoffer nicht.
  • Eine warme Schicht für den Rückweg von November bis Februar, wenn es frühmorgens in der Wüste nahe 0 °C werden kann.

Für den Rest der Nacht, von den Decken bis zu den Bädern, finden Sie die vollständige Packliste in unserem Ratgeber Nacht in der Wüste von Marokko.

Kamelritt mit Kindern

Kinder lieben Kamele meistens, und das Tempo ist für fast jedes Alter ruhig genug. Kleine Kinder können sich ein Kamel mit einem Elternteil teilen und sitzen dann vorn, wo ein Arm sie hält. Ältere Kinder reiten ihr eigenes Tier in der Reihe, auf Wunsch direkt hinter Ihnen.

Hilfreich sind Wasser und ein Snack in Griffweite, ein Hut auch am Abend und eine kurze Erklärung vorab, wie das Kamel aufsteht, damit der Moment zum Spiel wird und nicht zum Schreck. Hat ein Kind Angst, lassen Sie es zuerst neben dem Kamel gehen und aufsteigen, wenn die Neugier siegt: Das klappt besser als Drängen. Auf unseren Touren kosten Kinder 5 % weniger als Erwachsene.

Dromedare ruhen vor Aït Ben Haddou

Tierwohl: Worauf Sie achten sollten

Dromedare sind für diese Landschaft gemacht. Sie tragen stundenlang Lasten durch den Sand, und eine Stunde im Schritt mit einem Reiter ist für ein gesundes erwachsenes Tier leichte Arbeit. Trotzdem zählt, wie die Tiere gehalten werden, und Sie dürfen genau hinsehen.

  • Körperzustand. Ein gesundes Kamel hat einen festen, aufrechten Höcker, Rippen und Hüftknochen stehen nicht hervor.
  • Haut und Sattellage. Achten Sie auf offene Wunden unter dem Sattel, an der Nase oder an den Beinen. Ein guter Sattel liegt auf dicken Decken.
  • Pausen und Schatten. Zwischen den Ritten sollten die Tiere ruhen, in den heißen Stunden mit Wasser und Schatten.
  • Umgang. Ein guter Kameltreiber führt mit Stimme und Seil, nicht mit dem Stock.
  • Last. Ein Erwachsener pro Kamel oder ein Erwachsener mit kleinem Kind. Schweres Gepäck bleibt im Fahrzeug.

Wenn Ihnen etwas am Zustand eines Tieres Sorgen macht, sagen Sie es dem Kameltreiber oder uns. Und wer lieber läuft, kränkt damit niemanden.

Lieber nicht reiten? Zu Fuß oder mit dem 4x4

Der Kamelritt ist freiwillig. Bei Rückenproblemen, Höhenangst, in der Schwangerschaft oder einfach ohne Lust darauf gibt es zwei gute Alternativen.

Neben der Karawane gehen dauert etwa genauso lang, denn Kamele sind langsam. Bergauf ist weicher Sand anstrengend, also geschlossene Schuhe tragen und vorher trinken. Viele Paare teilen sich das: Einer reitet, einer geht, auf halber Strecke wird getauscht.

Der 4x4-Transfer bringt Sie am Fuß der Dünen entlang ins Camp. Die Karawane verpassen Sie, den Sonnenuntergang sehen Sie trotzdem von einer Düne nahe dem Camp. Sagen Sie uns bei der Buchung Bescheid, damit das Fahrzeug eingeplant wird. Mit zwei Nächten in der Merzouga-Wüste können Sie auch an einem Tag einen kurzen Ritt ausprobieren und den Rest später entscheiden. Alle Möglichkeiten finden Sie unter Marokko Touren und Aktivitäten.

Kamelritt über die Sahara-Dünen in Marokko

Kamelritt in der Sahara: häufige Fragen

Wie lange dauert der Kamelritt in der Sahara?

Auf unseren Touren etwa 1 Stunde vom Dünenrand ins Camp am späten Nachmittag und etwa 1 Stunde zurück nach Sonnenaufgang.

Brauche ich Reiterfahrung?

Nein. Ein Kameltreiber führt die Karawane zu Fuß, Sie sitzen nur und halten sich fest. Heikel ist allein der Moment, in dem das Kamel aufsteht oder sich hinlegt: zurücklehnen.

Ist ein Kamelritt sicher?

Für die meisten Menschen ja. Das Tempo ist langsam, und die Kamele werden am Seil geführt. Halten Sie sich beim Aufstehen und Hinlegen gut fest und sagen Sie uns vorab, wenn Rücken- oder Hüftprobleme oder eine Schwangerschaft bestehen, damit wir den Weg zu Fuß oder per 4x4 planen.

Kann man in der Agafay-Wüste bei Marrakesch Kamel reiten?

Ja. Der Ausflug nach Agafay enthält einen Kamelritt über das steinige Plateau vor Sonnenuntergang und Abendessen. Sanddünen gibt es dort nicht, dafür passt alles in einen Nachmittag.

Was passiert bei starkem Wind?

Bei starkem Wind kann der Ritt verkürzt oder durch einen 4x4-Transfer ins Camp ersetzt werden. Halten Sie ein Tuch bereit, um das Gesicht zu bedecken.

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